2007-12-10

Wahre Freunde

Wahre Freunde - wie oft findet man sie im Leben? Findet man sie, weil man sie suchen kann? Sind sie irgendwann wieder weg und dann kommt der nächste wahre Freund oder gibt es ihn nur ein Mal im Leben eines Jeden? Und was ist, wenn ich ihn verpasse, wenn ich ihn gar nicht als den wahren Freund erkenne? Woran erkennt man einen wahren Freund?

Ich weiß, dass ich einen sehr guten Freund habe, den Besten den ich vielleicht je hatte. Er ist ehrlich, er ist sensibel, er ist er selbst, er ist orange - für mich, er ist erfolgreich, er ist immer da, er ist seine eigene Religion, er ist auf der Suche, er scheint nicht anzukommen, er ist anspruchsvoll, er ist der Mensch, den man sich als besten Freund nur wünschen kann.

Ich vermisse Dich.

2007-07-10

Zurück

Ich habe abgeschlossen, hinter mir, eigentlich noch vor mir. Ich schließe eine Tür und stosse eine neue dafür auf, habe mein Leben neu geordnet und jetzt beginnt ein neues Kapitel. Ich habe viel gelernt in den ersten Jahren meines Arbeitslebens. Ich weiß wo meine Stärken, wo meine Schwächen sind, ich weiß das ich danach giere weiterzukommen, auf meine Art und Weise. Karriere ja, aber nicht um jeden Preis. Ich habe gelernt mich durchzubeissen, das man genau hinsehen sollte wem man vertraut. Lehrgeld, was ich zahlen mußte, was vielleicht jeder zahlen muß - keine Ahnung. Es gab Zeiten wo ich enttäuscht war, enttäuscht, weil ich mich hab täuschen lassen. Ich dachte, ich habs drauf und durchschau die Dinge, durchschau die Menschen. Ich mußte mich eines Besseren belehren lassen, was mich meinen Posten gekostet hat. Heute lächle ich darüber und weiß, dass es nicht jeder Wert ist. Manche Menschen sind einfach wie sie sind, leiden an Wahrnehmungsstörung und sie können einem nur leid tun, dass sie so arme, einsame Menschen sind.

Für mich war es eine Erfahrung, die mich weitergebracht hat, die mir weitergeholfen hat. Fehler machen ist menschlich, daraus nicht zu lernen ist dumm.

Ich komme zurück, in ein neues Leben, in meine alte Heimat - Berlin ich komme.

2007-01-31

2007-01-11 23:37 - 4 Tage danach

Ich hab nicht viel geschrieben in den letzten Wochen, eigentlich gar nichts, obwohl ich wollte. Ich konnte nicht. Zuviel ging mir durch den Kopf - meine unzufriedene berufliche Situation war da nur eun kleiner Stein. Viel größer und pregnanter waren da die Veränderungen für dieses Jahr. Ich habe mit vielen Dingen abgeschlossen, mit falschen Freunden, die immer noch nicht vergessen sind, mit gerissenen Herzen, die sich langsam aber allmählich wieder erholen und mit Dingen, die mich immer wieder einholen, obwohl sie in meinem Leben so gar nichts zu suchen haben. Sie schleichen sich immer wieder ein und wahrscheinlich genau deshalb, weil ich ihnen zuviel Raum gebe bzw. ihnen überhaupt Raum gebe. Es ist Zeit Räume zu schliessen - ein gutes Projekt, was wohl einige Mühen und Kraft in Anspruch nehmen wird.

Ich bin heute aus dem Krankenhaus gekommen und mir geht es gut. All die Horrorgeschichten, die ich vorher hörte sind nicht eingetreten - schön. Nur die Narkose und den OP-Tisch mußte ich dann doch zweimal mitnehmen. Warum einfach, wenn es auch kompliziert geht - das scheint so typisch zu sein. Aber jetzt 4 Tage später tritt vieles in den Hintergrund und ich bin einfach nur froh, daß es vorbei ist. Es ist komisch, ich trau mich nur vorsichtig auf die Veränderungen zu schauen, ich gönne mir nur einen Bruchteil von Sekunden. Warum weiß ich nicht, wahrscheinlich weil in meinem Kopf alles wie immer ist. Ich freu mich auf den Moment, wo mein Kopf bewußt die Veränderungen wahrnimmt - oder vielleicht ist das auch gar nicht notwendig, weil ich es nie anders für mich wahrgenommen habe.

2006-12-20

Danksagung

Eigentlich bin ich ja nicht der Typ, der so einen großes Aufsehen macht, wenn er sich bedanken möchte. Aber es ist Jahresende und da werde auch ich mal sentimental und gehe in mich, sehe auf das Jahr zurück und gehe es gedanklich noch mal durch. Es ist viel passiert, aber ich kann sagen es war ein gutes Jahr.

A.E. - Du gibst mir Sicht, nicht zuwenig, nicht zuviel, nur ein Stück mit Dir läppert sich das Glück
L.L.M. - schön, dass es jemanden gibt, der an der gleichen Stelle des Weges ist
U.H. - Du weißt, was Du mir bedeutest
J.D. - schön, dass Du nach Jahren meine Nummer mal wieder gewählt hast
P.H. - Du bist immer noch da
M.J. - unterschiedlicher könnten wir kaum sein und doch bin ich froh, ja sogar stolz, dass Du da bist
K.T. & K.F. - man muß nicht jeden Tag etwas voneinander hören und doch seid ihr immer in meinem Leben
A.E. - Du hast mir ein schweres Jahr bescherrt, aber daran wachse ich
A.N.P. - schön, dass wir es geschafft haben eine Krise zu überstehen und wir sind immer noch füreinander da
J.H.-B. - schade, dass Du so weit weg bist, aber Du bist immer noch hier

2006-11-19

Zeit für ein Fazit

Es ist viel passiert im letzten Jahr und ja ich ziehe schon Ende November Bilanz, weil die Zeit einfach reif ist mich mit den Dingen des Lebens noch mal auseinanderzusetzen.

Ich habe mich auf den Weg gemacht, endlich nach all den Jahren der Unsicherheit, der Verwirrungen und was soll ich sagen, ausser, ich hätte es viel früher tun sollen!? So bin ich nun mal, alles bis zum Ende durchüberlegen und nach den Garantien des Lebens zu suchen. Natürlich werde ich jedes Mal enttäuscht, weil es nun mal keine Garantien gibt. Der Stoff schlägt gut an, manchmal zu gut, aber ich geniesse die Zeit, die Zeit der Veränderungen und doch machen sie mir manchmal Angst, aber dazu später mehr.

Ich hatte einen sehr emotionalen Jahreswechsel, eine schlechte Zeit, weil ich mich kurzzeitig nicht mehr zurecht fand und die Welt nicht mehr verstand, aber das sollte sich bald wieder geben.

Meine Familie hat sich mit den Gegebenheiten abgefunden, selbst meiner Großmutter hat es geschafft, auf mich zu zugehen und sich mit der Materie auseinanderzusetzen. Schön, ich freu mich. Ich habe mich von meiner Exfrau getrennt, endgültig, ganz offiziell und amtlich.

Ich habe eine neue Liebe gefunden und nach einer sehr anstrengenden Zeit voller Aufs und Abs, haben wir mittlerweile einen sehr guten Weg gefunden, wie wir uns beide wohlfühlen und wir in der Lage sind jedem dem Raum zu geben, den er braucht. Es war ein sehr steiniger Weg, aber die Arbeit hat sich gelohnt. Ich kann mich nicht erinnern, daß ich mich schon mal so mühen mußte ein Herz zu erobern. Es ist ein schönes Gefühl, dem Ziel ein Stück näher zu kommen.

Es hat sich viel verändert, ich setze mich mit mir auseinander, nicht das ich es nicht schon früher gemacht hätte, aber irgendwie ist jetzt anders. Ich habe viel nachzuholen und manchmal ist es einfach nur anstrengend, sich mit Veränderungen auseinanderzusetzen. 'Du wirst kein anderer Mensch' hat man mir immer gesagt, ich selbst habe es auch gesagt und war tief davon überzeugt. Vielleicht weil ich es so wollte und vielleicht weil ich gehofft habe, daß ich kein anderer Mensch werde. Es war ein Irrglaube oder ich habe mir etwas vorgemacht. Ich habe mich verändert, natürlich! Äußerlich und innerlich, meine Hülle verändert sich. Das war zu erwarten und gewollt, aber auch mein Geist, hat sich verändert und das wollte ich nicht erwarten. Ich bin ruhiger geworden, ruhe in mir selbst und auf der anderen Seite, zeige ich eine Aggressivität, die mir selber Angst macht. Ich kann nicht erklären, was genau es ist, aber ich sehe was es mit mir macht und es ist nicht gut. Ich hoffe, daß sich meine Seele nicht verändert hat und ich zu einem Stück meines alten Ichs zurückfinde.

2006-10-09

Manche Dinge ändern sich nie

Ich bin auf dem Weg zur S-Bahn, zu der S-Bahnstation wo ich aufgewachsen bin. Eigentlich bin ich ja schon dort und will von genau da losfahren, wo ich vor 15 Jahren jeden Tag losgefahren bin. Ich gehe die Treppen hoch und schaue, wieviel sich in den letzten 15 Jahren verändert hat. Das Einkaufscenter ist aus dem Boden gewachsen ist, hat sich mittlerweile mit Leben gefüllt. Auf der S-Bahnüberführung schaue ich zu dem Haus, wo ich groß geworden bin, wo ich meine Kindheit und Jugend verbracht habe. Es ist mittlerweile saniert, hat eine neue Fassade, irgendwie sieht es noch so neu aus, als ob es erst vor kurzer Zeit gebaut worden ist. Ich suche die Balkons ab und sehe, daß das Dach was mein Vater auf unseren Balkon gesetzt hat, mittlerweile durch ein neues Dach ersetzt worden ist. Ich gehe die Brücke lang und seh mir die Leute an, die mir entgegen kommen. Sie hetzen nach Hause oder zum Einkauf, niemand schaut hoch, alles sehr anonym, wie die Großstadt eben ist. Und doch entdecke ich einen Mann, der nicht hetzt, der langsam und gemächlich die S-Bahnüberführung entlang geht. Er hat Arbeitskleidung an, eine blaue Latzhose und eine blaue Jacke dazu. In der rechten Hand trägt er einen Stoffbeutel. Immer noch genau wie vor 15 Jahren - Schröder. Ich habe seinen Vornamen vergessen, irgendwie hieß er immer nur Schröder. Er wohnte im gleichen Haus wie ich, in der 2. Etage und er scheint dort immer noch zu wohnen. Ich schätze er ist mittlerweile Ende 30 vielleicht auch schon 40 Jahre und er ist immer noch da, in diesem Haus, bei seinen Eltern. Für ihn scheint sich die Welt nicht weitergedreht zu haben. Er sieht aus wie früher, hat den gleichen Gang und er trägt immer noch einen Stoffbeutel in seiner rechten Hand.

Ich lächle in mich hinein und steige in die Bahn.

2006-08-22

Ein ganz normales Wochenende

Ich hetze zum Bahnhof, meine Mitfahrgelegenheit wartet. Schnell rein ins Auto und ab nach Berlin denke ich. Und eigentlich ist mir bei dem Gedanken gar nicht wohl, wenn ich daran denke was vor mir liegt. In Berlin raus aus dem Auto, rein in die S-Bahn, Reisetasche, Handgepäck und meinen Anzug in den Händen. Ich schaue auf die Anzeigetafel und meine S-Bahn nach Adlershof kommt als Nächste. Na wenigstens brauch ich nicht umsteigen, denke ich und alles nur weil mein Dad nicht durch den Freitagnachmittagverkehr durch die Stadt will. Naja er hat ja Recht.
Schön, ich habe einen Sitzplatz ergattert und gleich mal schnell noch die zwei Sitzplätze gegenüber blockiert mit meinem ganzen Gepäck. Die Leute schauen zwar komisch, aber was soll ich machen?! Die S- Bahn zuckelt von Bahnhof zu Bahnhof und sie wird immer voller. Irgendwann bleibt mir nichts anderes übrig als mein ganzes Gepäck doch auf mir zu stappeln, ansonsten hätten mich die Leute gelüncht und aus der S- Bahn geworfen. Ich liebe öffentliche Verkehrsmittel. Mittlerweile sitzt mir eine Frau mittleren Alters gegenüber. Sie sieht gut aus für ihr Alter, lediglich an den Händen und am Hals ist zu erkennen, daß sie die 40 schon überschritten hat, vermutlich sogar die 50. Sie trägt eine dunkle Sonnenbrille und doch ist nicht zu verkennen, daß sie mit den Tränen kämpft. Keiner scheint Notiz von ihr zu nehmen, nur ich, ich sitze ihr ja auch genau gegenüber. Wahrscheinlich wäre sie mir sonst gar nicht aufgefallen. Und so sitze ich nur da und schau sie an, immer wieder, bin aber unfähig was zu sagen. Irgendwas, nur was?
Meine Station kommt, wo ich aussteigen muß. Ich rappel mich mit meinem Gepäck auf, dränge mich durch die Massen auf den Bahnsteig und das Einzige was mir bleibt, ist ihr vom Bahnhof aus alles Gute zu wünschen. Sie schaut mich an, versucht zu lächeln und auf ihren Lippen kann ich ein Danke lesen.

Ein paar Stunden sind vergangen. Mittlerweile bin ich mit meinem Dad und dem Auto weitergefahren. Er ließ mich am Bahnhof erstmal eine geschlagene dreiviertel Stunde warten. Naja was soll ich sagen, es war eine Kombination aus Freitagnachmittagverkehr und "ich muß nur noch schnell tanken" und "ich habe eine neue Tankstelle ausprobiert, die war am preiswertesten; dabei habe ich mich auf dem Weg zu Dir verfahren". Naja schön, wenn man dem Fortschritt eine Chance geben würde und ein Handy hätte um anzurufen. Stattdessen habe ich mir kurzzeitig Sorgen gemacht, ob er nicht vielleicht einen Unfall hatte. Egal, wir sind angekommen, in einem kleinen Dorf in Thüringen an der Grenze zu Sachsenanhalt, wo ich keinen Empfang mehr mit meinem Handy habe und also folglich auch keinen Hilferuf aussenden kann, wenn ich kurz davor bin mich in die Helbe zu stürzen.

Meine Großmutter hatte Geburtstag, ihren 80sten und der soll natürlich groß gefeiert werden. Ich habe ehrlich gesagt keine Lust darauf und so bin ich nur um des lieben Familienfriedens mitgefahren. Ich habe keine Lust auf die Leute, ich meine wir reden hier nicht von einer Familienfeier im engsten Familienkreis, sondern von einer Familienfeier im weiteren Familienkreis, natürlich die schwarzen Schafe mal ausgesondert (aber das nur am Rande - und warum bin ich eigentlich noch nicht dem Kreis der schwarzen Schafe beigetreten? Da sollte ich mal drüber nachdenken, aber das werde ich später tun, bei einer guten Flasche Rotwein.), die langjährigen Freunde, inclusive Kirchenchor und alte Kriegsveteranen. Das Ganze beläuft sich in der Regel so bei 100 Personen, na diesmal sollen es nur 75 sein. Wir werden sehen. Ich habe keine Lust auf Leute die ich nicht kenne, die mich aber kennen, aber wahrscheinlich nicht wiedererkennen, obwohl so anders sehe ich ja nun auch wieder nicht aus, und ich habe keine Lust auf Fragen, auf die ich nicht zu antworten weiß, um meine Großmutter nicht in Verlegenheit zu bringen. Ich hasse die Vorstellungsrunde, die sie immer macht. Als ob nicht jeder weiß, wer die Kinder inclusive Ehefrauen oder eben auch nicht, Enkelkinder und mittlerweile auch Urenkelkinder sind (ich übertreibe - es ist nur ein Urenkelkind; zumindest weiß ich nur von einem).

Meine Großmutter eröffnet das Kuchenbuffet, nachdem sie, wie mein Onkel zu sagen pflegt, sich am Morgen noch zum Sterben hinlegen wollte (Ihr Arzt sagt, daß er keinen kennt der mit 80 so fit wie meine Großmutter ist. Sie wird wahrscheinlich noch 100 Jahre alt.), ohne eine Vorstellungsrunde. Ich atme zum ersten Mal entspannt in meinem dunklen Nadelstreifenanzug durch. Ich bedanke mich innerlich bei meiner Mum, da scheint das Gespräch doch was gebracht zu haben. Die ersten Gäste, sprich wir Enkelkinder stürzen zum Kuchenbuffet. Ihre Quarktorte ist vorzüglich (nicht zu vergessen ihre Eisenwaffeln, aber die gibt es heute natürlich nicht), sie ist nicht zu übertreffen, obwohl ich sonst Quarkkuchen oder -torten überhaupt nicht mag. Die sind immer so trocken. Nur ihre Quarktorte eben nicht, das muß man ihr lassen.

Mittlerweile haben wir die Sitzordnung etwas gelockert. Ich sitze mit meinem Onkel zusammen, der sich gerade nach meinem Befinden erkundigt, als meine Großmutter zur Vorstellungsrunde ansetzt. Mir wird dreht sich der Magen. Warum nur denke ich, warum tut sie das? Ich bin überrascht als sie nur ihre Söhne mit Familie vorstellt, ohne jedes einzelne Familienmitglied zu benennen. Aber danach läßt sie es sich nicht nehmen noch die anderen Gäste vorzustellen, Name, und welchem Zusammenhang sie zu ihnen steht. Das Ganze dauert eine Ewigkeit. Am Ende steht einer der Kriegsveteranen auf um ein paar Worte an meine Großmutter und alle die es sowieso nicht hören wollen zu richten. Ich will es auf gar keinen Fall hören, stehe auf und verlasse den Raum. Vor dem Haus, höre ich noch seine Stimme und dann plötzlich eine Fanfare, vielleicht war es auch eine Trompete, die zum Marsch geblasen wird. Manchmal frage ich mich wirklich wer bei Stalingrad im Krieg war, meine Großmutter oder war es doch mein Großvater?!
Na das kann ja noch ein schönes Wochenende werden.