2006-07-07

Vaterschaft

Vater sein, was bedeutet das eigentlich? Wenn man ein Kind zeugt, ist man dann schon Vater? Macht man Vatersein an der Zeugung, an der Genetik fest? Kann man auch ein Vater sein, wenn es nicht die leiblichen Kinder sind? Kann man sein Kind genauso lieben, wie sein leibliches Kind? Welches Recht hat man überhaupt die Vaterrolle zu übernehmen?

Vaterschaft ist nach anthropologischen Erkenntnissen immer ein Konstrukt, das sich nach den geschichtlichen und gesellschaftlichen Vorstellungen der jeweiligen Zeit bestimmt und verändert.

Sozialwissenschaftliche Theorien - etwa die des sozialen Konstruktivismus - verstehen unter Vater denjenigen, der die soziale Rolle der Vaterschaft wahrnimmt, im weiteren Sinne ein Lebenspartner eines Elternteils, das dem Kind gegenüber eine verbindliche Vaterrolle übernimmt.

Diese Fragen werden sich zeugungsunfähige Väter nie beantworten können und doch würde ich das ganz klar mit einem JA beantworten.

Was spielen Biologie und Genetik für Liebe eine Rolle?

5 Comments:

At 1:03 AM, Anonymous Anonym said...

Ja, was ist das "Vatersein".Eine Frage, die ich mir häufig gestellt habe, und heute wieder.Da ist man bei der Entbindung dabei, und denkt ey Mann, ich hab's begriffen, ich weiß worum's geht, ich weiß wie's geht.In echt, weißt du nichts. Aber du glaubst es.
Zuhause bemerke ich einen kleinen Menschen, der jetzt auch bei uns wohnt.Er ist sehr zerbrechlich, das bleibt auch lange so. Ich beschütze dich, kleiner Mensch. Und du beginnst Sein Leben zu planen.Das geht aber nicht. Du bist ja frei, kleiner Mensch.
Ich ärgere mich, weil ich mehr sein will. Aber ich bin nur Vater.
Ich werde unzufrieden mit dem "Werdegang" meines Nachwuchses, natürlich auch mit dem Erwachsen meiner Vaterschaft. Bin nicht der Vater mit den facettenreichen guten Eigenschaften, wie man's in der "Freundin" lesen kann.
Trotzdem liebt mich mein Kind, und ich verstehe nicht, wofür denn eigentlich. Sie hat eine Antwort, sie weiß was mich als ihren Dad ausmacht.
Heute ist mein Kind groß, es bedeutet mir viel, ein geliebter Vater zu sein. Aber der Name, oder nennen wir es ehrfürchtig "Titel", fällt immer seltener.
Weil wir frei sind, und doch ist da etwas besonderes. Ein Art Gefühl, nicht eine Liebe wie sie die Mutter empfängt. Ein Gefühl nur für mich eben.
Ist das Vaterschaft?? Geb die Frage frei.

 
At 12:02 PM, Blogger MisterBLJ said...

Wer bist Du? Ich habe eine Ahnung, aber sicher bin ich nicht.

Danke für Deine Sicht der Dinge. Aus der Perspektive habe ich es mir noch gar nicht betrachtet, daß man mehr als "nur" Vater sein will, aber eben unter Umständen nur Vater ist. Was meinst Du damit? Meinst Du damit, daß man auch Freund sein möchte?

 
At 5:26 PM, Blogger Lukas said...

Hey Ben

So eine ähnliche Frage habe ich mir vor kurzem ja auch mal gestellt- du erinnerst dich vielleicht.
nicht einfach.
ich zweifel nicht an meiner liebesfähigkeit so einem kleinen menschen gegenüber, dennoch bin ich mir unsicher ob ich eine solche rolle ausfüllen könnte.

aber ich würde gerne.

Lukas

 
At 9:38 PM, Anonymous Anonym said...

Wozu macht man die Unterscheidung Vater und Papa? Im besten Fall ist Erzeuger und Papa ein und dieselbe Person. Es gibt ja auch diese Aber-Fälle. Da bekommt das Kind vom biologischen Vater die Gene und er will dann sein Kind nie mehr sehen. Aber wer ist dann von diesem Kind der Vater? Der neue Partner der Frau? Oder kann diese Vater- Rolle auch ein Außenstehender übernehmen? Was, wenn das Kind dich nicht als Vater akzeptiert? Aber was macht einen Vater aus? Ist es seine Männlichkeit? Ist es, weil er uns zeigt, wie man mit Hammer und Säge umgeht? Ist es seine Liebe? Oder ist es, weil er uns kritisiert, uns bestraft? Er ist für uns da, egal was ist und gibt uns Halt.
Aber wie ist das mit dem Vater selber? Was macht ihm zu einem guten Vater? Wie definiert er Vaterschaft? Was tut er, wenn ihm die Entwicklung seines Kindes nicht gefällt? Lässt er uns gewähren oder gibt er uns den Halt, den wir brauchen? Schimpft er oder geht er mit uns ein Bier trinken? Wie weit greift er in unser Leben ein oder sollten wir fragen: wie weit lassen wir eingreifen. Hängt Vater sein nicht auch von uns Kindern ab, wie wir den Vater fordern und sein Vater sein fördern? Was wir von ihm verlangen?
Ich glaub, es bedingen sich da mehrere Komponenten, welche man nicht von einander trennen kann. Vater sein ist so viel und sollte jeden mit Stolz erfüllen.

 
At 12:50 PM, Blogger MisterBLJ said...

Ich denke auch, daß man das so einfach nicht sagen kann, wer ist Vater und wer nicht oder was macht einen Vater aus und was nicht. Das hängt nicht nur vom "Vater" ab, sondern auch vom Kind, denn jeder ist anders, jeder braucht etwas anderes, jeder fordert sich andere Dinge ein oder eben auch nicht.

 

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